Die Verbundenheit in der Gemeinschaft gibt Hoffnung

In einer Welt voller Konflikt und Krieg gibt es uns Hoffnung und Kraft, wenn wir als Kirchen in einer Gemeinschaft miteinander verbunden sind. Das war auch die Botschaft eines Workshops in Island unter der Leitung von Sivin Kit vom LWB und Pfarrerin Sally Azar von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land.

04 Sep 2024
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Pfarrerin Sally Azar und Pfarrer Dr. Sivin Kit leiteten den Workshop in Island. Foto: LWB/A. Danielsson

Pfarrerin Sally Azar und Pfarrer Dr. Sivin Kit leiteten den Workshop in Island. Foto: LWB/A. Danielsson

Workshop in Island zeigt die Probleme und die Widerstandsfähigkeit der Lutheranerinnen und Lutheraner in Palästina auf  

(LWI) - In einer Welt voller Konflikte und Kriege gibt die Verbundenheit der Kirchen in der Gemeinschaft Hoffnung und Kraft. So lautete die zentrale Botschaft eines Workshops mit Pfarrerin Sally Azar von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELKJHL) und Pfr. Dr. Sivin Kit, dem Direktor für Theologie, Mission und Gerechtigkeit beim Lutherischen Weltbund (LWB), am 29. August in Island.  

Der Workshop fand im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema Frieden während der Kirchentage der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Island in Lindakirkja statt. Schwerpunktthema war dabei die Resilienz der palästinensischen Christinnen und Christen. 

Die christliche Gemeinschaft in Palästina sei zwar nicht besonders groß, aber der Zusammenhalt ist stark, sagte Azar. Unser Glaube hält uns zusammen, und wir geben uns gegenseitig Kraft, fügte sie hinzu. „Olivenbäume mit ihren breiten Wurzeln stehen für eine starke Verbindung mit dem Land. Wir Christinnen und Christen in Palästina haben solche starken Wurzeln.“ Für die lutherische Kirche sei das Pflanzen von Olivenbäumen ein Zeichen für ihre Hoffnung auf die Zukunft, betonte sie.  

Azar berichtete auch von den Problemen, mit denen ihre Gemeinde derzeit konfrontiert ist. Einige christliche Familien seien aufgrund des andauernden Konflikts bereits ausgewandert, andere überlegten, das Land zu verlassen. „Ich kann es den Menschen nicht verübeln, wenn sie gehen wollen“. Aber ich glaube, dass „wir als christliche Gemeinschaft hierbleiben und die Geschichte Jesu weitererzählen und die Botschaft Jesu heute weitergeben müssen. Dies ist das Land, in dem Jesus gelebt hat. Wenn wir gehen, wer soll denn dann noch bleiben?” 

Kit betonte, wie wichtig die Solidarität unter den LWB-Mitgliedskirchen ist. Viele von ihnen arbeiten an Orten, die von Krieg und Konflikten erschüttert werden, und legen dort Zeugnis ab. „Auch wenn unsere Lebenswelten sehr unterschiedlich sind, so sind wir doch als Teil einer weltweiten Gemeinschaft miteinander verbunden. In Gebet und Solidarität stehen wir zusammen. Diese Gewissheit gibt uns Kraft”, sagte er.

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Gebetskerzen auf einer Weltkarte, angezündet während eines Friedensgebets auf den Isländischen Kirchentagen. Foto: LWB/A. Danielsson

Gebetskerzen auf einer Weltkarte, angezündet während eines Friedensgebets auf den Isländischen Kirchentagen. Foto: LWB/A. Danielsson

Selig sind, die Frieden stiften  

Unter dem Leitwort „Selig sind, die Frieden stiften“ (Mt. 5,9) kamen bei den Isländischen Kirchentagen mehrere Tausend Menschen aus dem ganzen Land zu Gottesdiensten, Workshops und einem Singmarathon mit Liedern aus dem neuen ELKI-Gesangbuch zusammen. Mit der Veranstaltung wurde auch ein Wechsel an der Spitze der isländischen Kirche vollzogen: Nach 12 Jahren schied die erste Bischöfin, Agnes M. Sigurðardóttir, aus ihrem Amt aus. Ihre Nachfolgerin, Pfarrerin Guðrún Karls Helgudóttir, wurde am 1. September in der Hallgrímskirkja in Reykjavik zur Bischöfin geweiht.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Islands ist Gründungsmitglied des LWB. 

LWF/A. Danielsson