Wege zum Frieden durch religiös motivierte Dialogarbeit unterstützen

Theologinnen und Theologen und kirchliche Führungspersonen überlegen, wie sich Glaube vor dem Hintergrund des Erbes von Schmerz und Widerstand mit dem Einsatz für Gerechtigkeit, Heilen und Versöhnung verbinden lässt.

02 Dez 2025
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“Branches of Peace” symposium participants including LWF’s Rev. Dr Anupama Hial (second left, in blue shirt dress) visiting one of Zimbabwe’s historical and colonial landmarks in Bulawayo. Photo: ZCC

Teilnehmende am Symposium „Branches of Peace“, darunter Pfarrerin Dr. Anupama Hial vom LWB (2. v. li., im blauen Hemdkleid), besuchen eine der historischen Stätten zur Kolonialgeschichte in Bulawayo, Simbabwe. Foto: ZCC

Ökumenische Tagung in Simbabwe wirft Schlaglicht auf öffentliche Theologie als Arbeitsschwerpunkt des LWB

(LWI) – Wie gehen Kirchen und andere Organisationen, die aus dem Glauben heraus handeln, mit dem Erbe von Schmerz und Widerstand um, und wie verbinden sie Theologie mit Friedensarbeit? Diese Fragen standen kürzlich im Mittelpunkt der Diskussionen bei einem ökumenischen Seminar, an dem Theologinnen und Theologen, kirchliche Leitungsverantwortliche und weitere im kirchlichen Kontext tätige Personen als Vertreterinnen und Vertreter von verschiedenen Organisationen teilnahmen, die aus dem Glauben heraus handeln, darunter auch der Lutherische Weltbund (LWB).

Ausgerichtet wurde der Workshop „Branches of Peace“ (Friedenszweige), der sich mit den Auseinandersetzungen in Simbabwe in der Vergangenheit, der Resilienz der Menschen dort und dem aktuellen Ringen um Einheit im Land beschäftigte, vom 2. bis 7. November vom Kirchenrat von Simbabwe (ZCC) und der Finnischen Evangelisch-Lutherischen Mission (FELM). Bei Besuchen historischer Stätten aus vor- und nachkolonialer Zeit in Bulawayo und Umgebung im Südwesten des Landes wurde für die 20 Teilnehmenden konkret spürbar, wie die Vergangenheit immer noch auch die Gegenwart prägt. Theologische Gesprächsrunden boten Raum, diese Eindrücke zu verarbeiten und Themen wie Gerechtigkeit, Heilen und Versöhnung miteinander zu verbinden.

„Versöhnung ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein fortlaufender Prozess, der Wahrhaftigkeit, Empathie und gemeinsames Engagement erfordert. Er muss in Geschichtsbewusstsein und ehrlichen Gesprächen verwurzelt sein“, betonte Pfarrerin Dr. Anupama Hial, die LWB-Programmreferentin für Öffentliche Theologie. „Nachhaltige Friedensarbeit braucht theologische Reflexion, einen moralischen und spirituellen Rahmen sowie Zusammenarbeit über kulturelle Grenzen und Fachgebiete hinweg“, fügte sie hinzu.

Versöhnung ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein fortlaufender Prozess, der Wahrhaftigkeit, Empathie und gemeinsames Engagement erfordert. Er muss in Geschichtsbewusstsein und ehrlichen Gesprächen verwurzelt sein.

Pfarrerin Dr. Anupama Hial, LWB-Programmreferentin für Öffentliche Theologie

Hial erklärte, das Symposium habe den Teilnehmenden Gelegenheit geboten, Möglichkeiten für Zusammenarbeit in der Friedenserziehung, im Dialog auf Gemeindeebene, in interreligiösen Aktivitäten und im öffentlichen Zeugnis auszuloten. „Besonders beeindruckt haben mich die Initiativen des ZCC, die Möglichkeiten für Heilung und die Wiederherstellung eines Zusammengehörigkeitsgefühl eröffnen, indem sie ganz praktisch vorleben, wie Vertrauen und sozialer Zusammenhalt wiederhergestellt werden können“, ergänzte sie.

Hial hob hervor, dass das Engagement des LWB im Rahmen von Veranstaltungen wie dem „Branches of Peace“-Workshop „dazu beiträgt, dem Auftrag der lutherischen Kirchengemeinschaft gerecht zu werden, als prophetische Stimme für Wandel in unseren Gesellschaften aufzutreten“.

FELM arbeitet in verschiedenen Bereichen wie Theologie, diakonischem Engagement, Advocacy-Arbeit und humanitärer Hilfe mit dem LWB zusammen. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Simbabwe ist eine der Mitgliedskirchen des ZCC.

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Theological sessions offered space to process these experiences, linking justice, healing and reconciliation. Photo: ZCC

Theologische Gesprächsrunden boten Raum, die gewonnenen Eindrücke zu verarbeiten und Themen wie Gerechtigkeit, Heilen und Versöhnung miteinander zu verbinden. Foto: ZCC

LWF/P. Mumia
Land:
Simbabwe
Region: