Tschechische Kirche schult Laiinnen und Laien für Verwaltungsaufgaben

Workshops vermitteln praktische Fähigkeiten, fördern Networking und stärken Zusammenarbeit mit Pfarrpersonen – und davon profitiert die gesamte tschechische Gesellschaft 

13 Feb 2026
Image
Teilnehmende bei einem der vom LWB unterstützten Workshops der EKBB. Foto: EKBB/Martin Balcar

Teilnehmende bei einem der vom LWB unterstützten Workshops der EKBB. Foto: EKBB/Martin Balcar

Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder bietet Workshops zur Schulung, Unterstützung und Zurüstung von ehrenamtlichen Kuratorinnen und Kuratoren 

(LWI) – Ein innovatives Schulungs- und Networkingprojekt der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) verändert die Arbeit von Laiinnen und Laien in kirchlichen Leitungsämtern und verbessert die Zusammenarbeit mit den Pfarrpersonen in der Gemeindeleitung. Gemeinsam mit den Pfarrpersonen sind Kuratorinnen und Kuratoren dafür verantwortlich, die Pfarreien und Kirchengemeinden der EKBB zu leiten und rechtlich zu vertreten.  

Mit Unterstützung des Lutherischen Weltbundes (LWB) bietet die EKBB eine Reihe zweitägiger Workshops für Frauen und Männer an, die in ihren Gemeinden als Kuratorinnen und Kuratoren tätig sind. Sie erhalten in den Schulungen das nötige Handwerkszeug für ihre Aufgaben, setzen sich mit dem Umfang und den Herausforderungen ihres Amtes auseinander und kommen mit anderen ehrenamtlich Engagierten in ähnlichen Rollen aus dem ganzen Land ins Gespräch.  

„Kuratorinnen und Kuratoren sind zusammen mit den Pfarrpersonen Schlüsselfiguren in unserer Kirche“, erklärt Simona Kopecká, die Mitglied im Synodalrat ist, dem leitenden Gremium der EKBB. „Sie übernehmen Verwaltungsaufgaben und Verantwortung in den Gemeinden, sowohl gegenüber den Gemeindegliedern als auch gegenüber der breiteren Öffentlichkeit. Sie arbeiten ehrenamtlich, sind keine Angestellten, und investieren neben Beruf und Familie viel Zeit in diese Arbeit. Deshalb verdienen sie unsere Unterstützung und unser offenes Ohr.“  

Die Resonanz auf die bisherigen Treffen war äußerst positiv.

EKBB-Vorsitzender und Mitglied des Synodalrats Jiří Schneider 

Ein besonderer Gewinn der Workshops sei die Vernetzung zwischen den Verwaltungsverantwortlichen in verschiedenen Gemeinden, unterstreicht Jiří Schneider, Kurator und Mitglied des Synodalrats. „Aus den hier geknüpften Beziehungen entsteht ein unverzichtbares Netzwerk für die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden. Gerade jetzt, wo die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer nach und nach zurückgeht, ist das wichtiger denn je.“ Er fügte hinzu: „Die Resonanz auf die bisherigen Treffen war äußerst positiv. Aus anfänglicher Skepsis und Unsicherheit ist am Ende oft ein Bedauern geworden, dass die Einheiten nicht länger dauern konnten!“  

Vorrangiges Ziel des Projekts ist es, die Kuratorinnen und Kuratoren in den rund 250 EKBB-Gemeinden umfassend und systematisch dafür zu schulen, den Großteil der Verwaltungsaufgaben zu übernehmen. Damit sollen wiederum Pfarrerinnen und Pfarrer entlastet werden, die diese Verwaltungsaufgaben oft auf Kosten ihrer eigentlichen geistlichen und seelsorgerlichen Arbeit schultern. Die Kuratorinnen und Kuratoren vertiefen ihr Verständnis für Rechte und Pflichten, lernen voneinander anhand konkreter Praxisbeispiele und bauen zugleich ein starkes Netzwerk kirchlicher Fachkräfte auf, die zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen können.  

Image
Gemeinsame Andacht im Rahmen eines EKBB-Workshops. Foto: EKBB/Martin Balcar

Gemeinsame Andacht im Rahmen eines EKBB-Workshops. Foto: EKBB/Martin Balcar

Image
Verbindungen wachsen, wenn Menschen Zeit miteinander verbringen und sich kennenlernen – das ist ein wichtiges Ziel der EKBB-Workshops. Foto: EKBB/Martin Balcar

Verbindungen wachsen, wenn Menschen Zeit miteinander verbringen und sich kennenlernen – das ist ein wichtiges Ziel der EKBB-Workshops. Foto: EKBB/Martin Balcar

Image
Gruppenfoto der Teilnehmenden an einem der EKBB-Workshops in Litoměřice. Foto: EKBB/Martin Balcar

Gruppenfoto der Teilnehmenden an einem der EKBB-Workshops in Litoměřice. Foto: EKBB/Martin Balcar

Mehr Selbstvertrauen und Kompetenz in der Verwaltung der einzelnen Gemeinden werden sich auch positiv auf die gesamte Kirche auswirken, die derzeit rund 55.000 Mitglieder zählt. Darüber hinaus erhoffen sich die Organisatorinnen und Organisatoren auch positive Effekte für die tschechische Gesellschaft insgesamt, wenn die Stimme der Kirche im öffentlichen Raum gestärkt und ihre diakonische Arbeit, einschließlich ihrer humanitären Hilfe für ukrainische Geflüchtete, sichtbarer gemacht wird.  

Im Laufe von drei Jahren werden alle Kuratorinnen und Kuratoren in der EKBB die Möglichkeit haben, an den Workshops teilzunehmen. Zum Programm gehören dabei gemeinsame Andachten, Vorträge, Diskussionen und andere Gruppenaktivitäten. Eine laufende Auswertung in diesem Zeitraum sorgt dafür, dass die Durchführung der Workshops angepasst und verbessert werden kann. Entwickelt und durchgeführt werden die Schulungen von Mitarbeitenden aus Kirche und Universität, von Fachleuten für Seelsorge, Psychiatrie und Psychologie sowie von Expertinnen und Experten für Management, Finanzen und Projektmanagement.  

Kateřina Vojkůvková, Kuratorin der Gemeinde Dobříš südlich von Prag, berichtet, die Workshops hätten dank der Unterstützung durch den LWB dazu beigetragen, „die Beziehungen zwischen den Gemeinden zu stärken und zugleich Vertrauen in die Kirchenleitung aufzubauen“. Sie ergänzte: „Alle brauchen das Gefühl, dass ihre Arbeit gesehen und wertgeschätzt wird. Diese Treffen bieten vor allem Raum für Begegnung und Austausch. Dank dieser Treffen“, schloss sie, „fühlen wir uns gesehen und gewinnen neue Impulse für unsere künftige Arbeit.“  

LWB/P. Hitchen
Themen:
Land:
Czech Republic