Die Kirchenbänke sind bis auf den letzten Platz besetzt, als mehrere hundert Gemeindemitglieder zum Sonntagsgottesdienst in der lutherischen Kathedrale von Moshi in der nördlichen Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania zusammenkommen. Foto: LWB/Albin Hillert
Kirche verurteilt Gewalt bei landesweiter Gebetwoche und fordert, Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen
(LWI) – Nach den gewaltsamen Ausschreitungen mit zahlreichen Toten, Verletzten und Vermissten, die nach den Parlamentswahlen am 29. Oktober in Tansania ausbrachen, hat die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELKT) zu Gebet, Buße und Gerechtigkeit aufgerufen.
In einer Erklärung des Leitenden Bischofs Dr. Alex Gehaz Malasusa brachte die ELKT ihre tiefe Betroffenheit über die Unruhen zum Ausdruck, die Todesopfer, zahlreiche Verletzte und Sachschäden gefordert haben. Außerdem unterstrich die Kirche, dass viele Familien die Leichname ihrer bei den Unruhen getöteten Angehörigen noch immer nicht bergen konnten.
„Die ELKT ist traurig und bestürzt über diese Taten, die jegliche Menschlichkeit, Würde und Achtung vor dem menschlichen Leben vermissen lassen“, heißt es in der Erklärung, in der den Hinterbliebenen Beileid ausgesprochen und dazu aufgerufen wird, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Vom 16. bis 23. November hat die Kirche die Gemeinden im ganzen Land zu einer Gebetswoche mit täglichen Fürbittgebeten aufgerufen: Frauen werden für die trauernden Familien beten, junge Erwachsene für die Verletzten und Männer für die Verantwortlichen in der Politik. Die Kirche fordert außerdem die Regierung auf, „auf die Sorgen der Menschen im Land einzugehen und dafür Sorge zu tragen, dass die nationale Einheit und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden“. Von exzessiver Gewaltanwendung gehe dabei kein Segen aus, heißt es in der Erklärung.
Die Gebete und die Unterstützung von lutherischen Gläubigen auf der ganzen Welt begleiten Sie.
LWB-Generalsekretärin Pfarrerin Dr. Anne Burghardt
Der Lutherische Weltbund (LWB) schließt sich dem Gebet der ELKT für Tansania an und bestärkt die Kirche in ihrem Eintreten für Gerechtigkeit, Frieden und die Unverletzbarkeit des menschlichen Lebens.
„Wir wollen die ELKT bestärken, ihre Angebote und Programme fortzuführen, um Gerechtigkeit zu fördern und die Schwächsten in der Gesellschaft zu stärken, die oftmals am meisten von Situationen wie dieser betroffen sind“ sagte LWB-Generalsekretärin Pfarrerin Dr. Anne Burghardt in einem Hirtenbrief an den Leitenden Bischof der ELKT.
„Ich bete, dass Gott bei Ihnen, der ELKT und allen Menschen in Tansania sein möge“, so Generalsekretärin Burghardt. „Seien Sie sicher: Sie sind nicht allein. Die Gebete und die Unterstützung von lutherischen Gläubigen auf der ganzen Welt begleiten Sie. Mögen die Einheit und die Anteilnahme unter uns Ihnen Trost und Kraft schenken.“