Projekte der Mitgliedskirchen: Gemeinwesen zurüsten, Leben verändern

Die Unterstützung vom LWB und seinen Partnern ermöglicht es den Mitgliedskirchen in aller Welt, durch eine Vielzahl von Projekten Hoffnung zu vermitteln und Leben zu verwandeln. 

23 Jul 2025
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Mitglieder der Vereinigten Protestantischen Kirche in Indonesien bilden Menschen mit Behinderungen in Aktivitäten zur Erzielung von Einkommen aus. Foto: GPP

Mitglieder der Vereinigten Protestantischen Kirche in Indonesien bilden Menschen mit Behinderungen in Aktivitäten zur Erzielung von Einkommen aus. Foto: GPP

Ausschuss für Projekte der Mitgliedskirchen prüft Initiativen, die LWB in 39 Ländern weltweit unterstützt 

(LWI) – Indonesischen Pfarrpersonen Zeichensprache beibringen, um die Kirche inklusiver zu machen. Workshops zum Friedensaufbau für religiöse Führungspersonen und traditionelle Stammesführer in Kamerun veranstalten. Die Verteilung von Nahrungsergänzungsprodukten in Argentinien unterstützen und gleichzeitig für eine gerechtere Sozialpolitik eintreten. Eine Online-Beratungsstelle für Seelsorge schaffen, um in der Slowakei Lebenshilfe und eine informelle Theologie-Ausbildung anzubieten. 

Durch eine Vielzahl von Projekten unterstützt der Lutherische Weltbund (LWB) seine Mitgliedskirchen auch weiterhin dabei, Gemeinwesen zuzurüsten und das Leben von Menschen zum Besseren zu verändern. Bei einer Tagung des LWB-Ausschusses für die Projekte von Mitgliedskirchen vor Kurzem haben die Teilnehmenden Berichte zu 58 Projekten in 39 Ländern über deren Tätigkeit im vergangenen Jahr geprüft, neue langfristig angelegte Initiativen gebilligt und die Überwachung und Umsetzung von Initiativen und Projekten diskutiert. 

Dies gewährleistet einen verantwortungsvollen Umgang mit den dem LWB anvertrauten Ressourcen und ermöglicht es den Kirchen, Hoffnung zu teilen und konkrete Veränderungen zu bewirken.

Pfarrer Dr. Sivin Kit, Direktor der LWB-Abteilung für Theologie, Mission und Gerechtigkeit

Pfr. Dr. Sivin Kit, Direktor der LWB-Abteilung für Theologie, Mission und Gerechtigkeit, brachte große Dankbarkeit für das Engagement des Ausschusses zum Ausdruck, dem LWB-Ratsmitglieder aus allen sieben Weltregionen und Vertreterinnen und Vertreter von Finanzierungspartnern der Projekte angehören. Kit unterstrich, dass die gemeinsame Reflexion „einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Finanzmitteln [sicherstellt], die dem LWB anvertraut wurden und die es den Kirchen ermöglichen sollen, Hoffnung zu vermitteln und spürbaren Wandel zu fördern. Die Tagung des Ausschusses ist nicht einfach nur eine Zusammenkunft, um Geschäfte abzuwickeln“, sagte Kit, „sondern ein wichtiger Beitrag zum Leben und zur Mission unserer weltweiten Kirchengemeinschaft.“ 

Eine der Initiativen, die große Wirkung entfalten, ist das Projekt „Offene Kirchen für Menschen mit Behinderungen“, das 2024 von der Vereinigten Protestantischen Kirche in Indonesien ins Leben gerufen wurde. „Wir tragen dazu bei, im realen Leben wirklich etwas zu verändern“, erklärte Pfr. Lukman Pasaribu und unterstrich, dass die Kirche Pfarrpersonen auch Schulungen zum Erlernen der Zeichensprache anbiete, um Inklusivität im Glauben zu fördern. Das Projekt biete Menschen mit Behinderungen Berufsausbildungen und verschiedene Aktivitäten zur Generierung von Einkommen, beispielsweise die Herstellung von Abendmahlswein und Kunsthandwerk. 

Die vielfältigen Projekte, die der LWB unterstützt, konzentrieren sich auf Aktivitäten rund um die Zukunftsfähigkeit der Kirche, die Entwicklung von Führungskompetenzen, die Theologie-Ausbildung, die Zurüstung von Frauen und jungen Erwachsenen für mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit, Existenzgrundlagen, Friedensaufbau, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen, ökologische Nachhaltigkeit, Advocacyarbeit und humanitäre Hilfe. Die Schwerpunktbereiche spiegeln das Engagement des LWB für ganzheitliche und inklusive Entwicklung, die Resilienz der Kirchen und Wandel in den Gemeinwesen wider. 

Schulung zu Konzeption, Umsetzung und Überwachung von Projekten 

2024 hat der LWB 20 Projekte von Mitgliedskirchen in Afrika, zwölf in Asien, elf in Mittel- und Osteuropa, drei in Mittel- und Westeuropa und zwölf in Lateinamerika und der Karibik unterstützt. Darüber hinaus haben Mitarbeitende verschiedene Online-Workshops veranstaltet, um die Kapazitäten in den Mitgliedskirchen für die Konzeption, die Umsetzung und die Überwachung von Projekten zu fördern. Im letzten Herbst haben beispielsweise mehr als 100 Personen aus 47 Mitgliedskirchen an Workshops zur Projektkonzeption teilgenommen und im Januar 2025 wurden Online-Schulungen auch auf Englisch, Spanisch und Französisch angeboten. Die Workshops fördern das Lernen in der Gruppe und das Berichten über eigene Erfahrungen und vermitteln aber gleichzeitig auch praktisches Wissen zu Projektplanung und -budgetplanung und die Einhaltung von Qualitätsstandards. 

Weiterhin haben LWB-Mitarbeitende im vergangenen Jahr verschiedene Projekte besucht, um die Fortschritte dort zu prüfen und den direkten Kontakt mit den Nutznießenden zu suchen. Im Mai 2024 beispielsweise hat ein Team das „DOOR“-Projekt in Prag besucht, das sich zum Ziel gesetzt hat, Geflüchtete in die tschechische Gesellschaft zu integrieren, soziale Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit zu verhindern und gleichzeitig interkulturelle Beziehungen zu fördern. 

Kapazitäten vor Ort stärken 

Ebenfalls im Mai bot ein Besuch bei der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien die Möglichkeit, sich über ein Projekt zur Verhinderung von Menschenhandel zu informieren. Schwerpunkt dieser Initiative, die jetzt bis 2028 verlängert wurde, sind Präventionsbemühungen in Schulen. Es wurden bereits umfassende Lehrpläne entwickelt und ins Ukrainische übersetzt. 

Im Juli 2024 haben Projektträger aus ganz Afrika an einem Diakonie-Workshop in Tansania teilgenommen, der eine Plattform für die Weiterverfolgung von verschiedenen Initiativen wie dem Projekt zur Verhinderung von weiblicher Genitalverstümmelung bot. Zudem haben sich Vertreterinnen und Vertreter des LWB mit Kirchenleitenden in der Republik Kongo getroffen, um laufende Projekte dort zu erörtern. 

Die Projekte, die sich auf die Programmschwerpunkte des LWB rund um das Engagement für Wandel, Diakonie, Leitungswirken und institutionelle Entwicklung beziehen, entfalten signifikante Wirkung. Die großen Erfolge der Projekte und die beträchtliche Zahl von Menschen, die von den Projekten profitieren, beweisen, dass die Initiativen spürbaren und dauerhaften Wandel in den jeweiligen Gemeinwesen bewirken. Sie fördern weiterhin den Kapazitätsaufbau vor Ort, fördern soziale Integration und gehen wichtige gesellschaftliche Herausforderungen an.

LWB/E. Williams