Namibia: Zurüstung von Diakoninnen und Diakonen für anteilnehmenden und fachlich kompetenten Dienst

Ein Ausbildungsprogramm für Diakoninnen und Diakone in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia rüstet die Kirche zu, ein verlässlicherer Akteur im System für soziale Unterstützung insgesamt im Land und darüber hinaus zu sein.

20 Apr 2026
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Partizipatives Lernen ist integraler Bestandteil der Aktivitäten der ELKIN, um die Kirche noch besser für einen effektiven Dienst an den Menschen zuzurüsten. Foto: ELKIN

Partizipatives Lernen ist integraler Bestandteil der Aktivitäten der ELKIN, um die Kirche noch besser für einen effektiven Dienst an den Menschen zuzurüsten. Foto: ELKIN

Neue Qualifizierungsmaßnahmen sollen Anerkennung diakonischer Arbeit und Vorsorge für wirkungsvolle Hilfe verbessern

(LWI) – Mitarbeitende im diakonischen Dienst der Kirche sind Tag für Tag mit ganz unterschiedlichen Problemen und Anliegen der Kirchenmitglieder konfrontiert: Trauer nach einem Todesfall, einer Familienkrise oder einem gefährdeten Jugendlichen beispielsweise. Die Männer und Frauen, die in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia (ELKIN) im diakonischen Dienst tätig sind, werden schon lange darin geschult, den eigenen Glauben praktisch zu leben und mit Anteilnahme auf die verschiedenen Bedürfnisse der Menschen einzugehen – aber oftmals fehlten ihnen bisher wirksame Tools, um wirklich gut mit den vielfach komplexen Situationen umzugehen. Aber das beginnt sich nun zu ändern.

Die ELKIN hat sich mit einer Reihe von akademischen Einrichtungen zusammengetan, um die diakonische Praxis (die Sozialdienste der Kirche) zu verbessern und so sicherzustellen, dass die Hilfe und Unterstützung nicht nur von Herzen kommt, sondern auch fachkundig und wirksam ist. Mit Unterstützung des Diakonieinstituts Finnlands wurde in Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Lutherischen Theologie-Seminar „Paulinum“ in Windhuk ein Lehrgang für Sozialassistenz in die Ausbildung von Diakoninnen und Diakonen integriert. Das Seminar wird gemeinschaftlich verwaltet und betrieben von der ELKIN und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia.

„Der diakonische Dienst ist das Herzstück der Kirche; ohne diakonisches Engagement lässt sich die Daseinsberechtigung der Kirche in der Gesellschaft nicht vollständig herleiten“, unterstreicht Pfr. Josef Ngula, Direktor der ELKIN-Abteilung für Mission, Diakonie und Sozialdienste. Durch ihr diakonisches Engagement „fungiert die Kirche als Leuchtfeuer der Hoffnung in schwierigen Zeiten, sie bringt Licht zu den Menschen und setzt das Evangelium durch den Dienst am Menschen, Anteilnahme und praktizierte Nächstenliebe aktiv und ganz praktisch um“, erklärt er.

Das Ausbildungsprogramm für Diakoninnen und Diakone ist Teil eines Projekts der ELKIN zur Verbesserung der Notfallvorsorge der Kirche, das durch das Programm „Projekte von Mitgliedskirchen“ des Lutherischen Weltbundes (LWB) finanziert wird.

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Pfr. Josef Ngula, Direktor der ELKIN-Abteilung für Mission, Diakonie und Sozialdienste. Foto: ELKIN

Pfr. Josef Ngula, Direktor der ELKIN-Abteilung für Mission, Diakonie und Sozialdienste. Foto: ELKIN

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Helena Amuthitu, Referentin für Mission, Diakonie und Sozialdienste in der ELKIN-Diözese Ost, schult Diakoninnen und Diakone. Foto: ELKIN

Helena Amuthitu, Referentin für Mission, Diakonie und Sozialdienste in der ELKIN-Diözese Ost, schult Diakoninnen und Diakone. Foto: ELKIN

Konkrete Wirkung im Leben der Menschen

Für die Diakoninnen und Diakone in den Gemeinden ist der Lehrgang mehr als nur eine Qualifizierungsmaßnahme. Er verändert ihren Blick auf die Gemeinwesen, in denen sie tätig sind, und ihren Dienst an den Menschen dort. Sie werden durch den Lehrgang mit landesweit anerkannten Kompetenzen und Fertigkeiten ausgestattet, die den Standards des Ministeriums für Gesundheit und Soziales und des Ministeriums für Geschlechtergerechtigkeit und Wohlfahrt entsprechen. Dadurch können sie die Bedürfnisse der Menschen aus einem professionelleren Blickwinkel besser einordnen, wirksamer darauf reagieren und die Menschen an formelle Unterstützungssysteme verweisen, die ihnen bei einem Neuanfang zur Seite stehen können.

ELKIN-Dekan Pfr. Petrus Haikali berichtete nach der Teilnahme an einem Workshop zur Krisenberatung in dem Küstenort Swakopmund 2025, die neuen Führungskompetenzen hätten sein Selbstvertrauen gestärkt und würden nun im gesamten Dekanat an die anderen Mitarbeitenden weitergegeben. „Zum ersten Mal fühle ich mich nicht nur für die Verkündigung des Evangeliums zugerüstet, sondern auch für die Aufgabe, die Menschen in ihrem Schmerz zu begleiten. Ich weiß jetzt, wie ich die Pfarrpersonen und Gemeinden, für die ich zuständig bin, in Zeiten von Trauer, Trauma und Unsicherheit gut unterstützen kann.“

Früher wollte ich helfen, wusste aber nicht genau wie. Heute habe ich die Fähigkeiten und das Selbstvertrauen, um Menschen in Krisensituationen zu unterstützen und sie in ihrem Heilungsprozess zu begleiten.

Diakonin Maria Nakanyala, Evangelisch-Lutherische Kirche in Namibia

Diakonin Maria Nakanyala arbeitet mit vulnerablen Familien. Nach einem Workshop zu Trauerbegleitung und der seelsorgerischen Begleitung von Gemeinden in Notsituationen kann sie heute besser auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen und den Kontakt zu den zuständigen Sozialdiensten herstellen. „Früher wollte ich helfen, wusste aber nicht genau wie. Heute habe ich die Fähigkeiten und das Selbstvertrauen, um Menschen in Krisensituationen zu unterstützen und sie in ihrem Heilungsprozess zu begleiten“, erzählt sie.

Das Projekt zur Verbesserung der Notfallvorsorge der Kirche wurde nach der COVID-19-Pandemie ins Leben gerufen und konzentriert sich schwerpunktmäßig auf den Ausbau der Kapazitäten von Gemeinden und Gemeinwesen, Krisen zu bewältigen und gleichzeitig die Würde, Resilienz und Hoffnung der Menschen wiederherzustellen. Es unterstützt rund 600 Menschen direkt und kommt dadurch insgesamt weiteren 3.000 Menschen – insbesondere Frauen und jungen Erwachsenen – zugute, während es gleichzeitig die Krisenvorsorge der Kirche für zukünftige Krisen verbessert.

„Wir rüsten die Kirche zu, ein strukturierterer und verlässlicherer Akteur im System für soziale Unterstützung insgesamt zu sein“, fasst Linda Chikerema, die Projektberaterin der ELKIN, zusammen.

LWB/E. Williams
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