Mekong-Missionsforum: Gemeinsame Reise im Glauben

Der bisherige Vorsitzende des Mekong-Missionsforums schaut auf ein Vierteljahrhundert zurück, das im Zeichen der Entwicklung von Führungskompetenz und einer gemeinsamen Identität in dieser Region Asiens stand.

26 Jan 2026
Image
Teilnehmende an der Tagung des MMF 2025. Foto: Hellen Bok (MMF/NIC Assistenzkoordinatorin)

Teilnehmende an der Tagung des MMF 2025. Foto: Hellen Bok (MMF/NIC Assistenzkoordinatorin)

Forum zur Stärkung der lutherischen Identität und mehr Zusammenarbeit von Kirchen im Mekong-Delta und Missionspartnern 

(LWI) – Das Mekong-Missionsforum (MMF), das vor kurzem sein 25-jähriges Bestehen gefeiert hat, zeigt sehr anschaulich, dass Kirchen aufblühen können, wenn sie zusammen in gegenseitigem Vertrauen, im Glauben und mit gemeinsamer Verantwortung unterwegs sind. In den vergangenen 25 Jahren hat das Forum geholfen, starke Netzwerke aufzubauen, die gemeinsame lutherische Identität zu vertiefen und Führungskompetenzen für das Leben und die Mission der Kirchen in der asiatischen Mekong-Region zu vermitteln.  

Im MMF arbeiten lutherische und andere christliche Kirchen mit Bildungseinrichtungen und diakonischen Einrichtungen aus China, Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam zusammen. Es wurde im Jahr 2000 vom Asienreferat des Lutherischen Weltbundes (LWB) initiiert und sollte ursprünglich eine engere Zusammenarbeit von Kirchen und Missionspartnern fördern. Heute begleitet es die Kirchen im Mekong-Delta in ihrer ganzheitlichen Mission durch Stipendienprogrammen für den Aufbau von Führungskompetenz und Ausbildungsprogramme in Theologie, Friedensarbeit und Konfliktlösung.

Pfarrerni Dr. Rospita Siahaan, LWB-Regionalreferentin für Asien, gratulierte dem MMF zum Jubiläum und sagte: „Seit 25 Jahren bringt das Mekong-Missionsforum Minderheitskirchen und neu entstehende lutherische Kirchen in Zeugnis und Dienst durch die Stärkung der lutherischen Identität, die Verbesserung der theologischen Ausbildung, die Vermittlung von Führungskompetenzen und durch die Vertiefung von Partnerschaften in der gesamten Mekong-Region zusammen. Wir sind dankbar für das treue Engagement und den Austausch unter den lokalen Partnern und den Missionsorganisationen auf diesem fortwährenden Weg des Glaubens und des Dienstes.“  

Ein starkes Netzwerk

Auf der letzten Tagung des Forums wurde Charis Lee für eine dreijährige Amtszeit zur ersten weiblichen Vorsitzenden des Forums gewählt. Sie sagte: „Als Vertreterin der Norwegian Mission Society in dieser chinesischsprachigen Region der Welt und als Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Kirche Hongkong betrachte ich meine Wahl zur Vorsitzenden des Mekong-Missionsforums als eine Ehre und werde weiterhin mit gleichgesinnten lutherischen Kirchen und Organisationen zusammenarbeiten, um neue Möglichkeiten für die Verkündigung des Evangeliums und der Liebe Gottes in der Region zu nutzen.“  

Die 25 Jahre, die ich beim MMF gearbeitet habe, waren von Freude und Hoffnung geprägt.

Leon Chau, bisheriger Vorsitzender des Mekong-Missionsforums

Im Rückblick auf die bisherige Reise des MMF hat der scheidende Vorsitzende Leon Chau von der Chinesischen Rheinischen Kirche, Hongkong-Synode, die vergangenen 25 Jahre sowohl als herausfordernd, aber auch als zutiefst sinnstiftend erlebt. „Die 25 Jahre, die ich beim MMF gearbeitet habe, waren von Freude und Hoffnung geprägt“, erzählt er. „Es gab viele Chancen und Herausforderungen, aber wir sind weiterhin gemeinsam unterwegs, tauschen uns aus und beten gemeinsam – und haben echte Fortschritte erzielt.“  

Er verwies auf die greifbaren Ergebnisse des gemeinsamen Engagements. „Freundschaften wurden vertieft, Kirchen wurden gegründet und sind gewachsen, und die Ausbildung von Führungskompetenzen hat Seelsorgerinnen und Seelsorger und Laienpersonal in Leitungsfunktion gestärkt“, sagte Chau. 

Er unterstrich, dass die Arbeit des MMF in ganzheitlicher Mission, in diakonia und koinonia verwurzelt sei und die theologische Ausbildung und die Vermittlung von Führungskompetenzen von der lutherischen Identität ausgehend stärke. Die alljährlichen theologischen Konsultationen, so fügte er hinzu, stellten einen wichtigen Raum für gemeinsames Lernen rund um kontextuelle Theologie und seelsorgerische Herausforderungen dar, wobei gleichzeitig ein regional verwurzeltes, sich gegenseitig unterstützendes Netzwerk von Kirchen gefördert werde.

Geschichten der Hoffnung  

Chau betonte auch die Wirkung und das weitreichende Potenzial dieser Arbeit ein. In Kambodscha haben von MMF unterstützte Projekte zur Sicherung einer Lebensgrundlage, wie der Anbau von Speisepilzen und Hühnerzucht, Kirchenmitglieder und Menschen aus der lokalen Bevölkerung dabei unterstützt, stabilere Einkommen zu erwirtschaften. In Myanmar hat ein langer Weg der Versöhnung gespaltene lutherische Kirchen zusammengebracht und zur Gründung des Verbands Lutherischer Kirchen in Myanmar geführt, der die gemeinsame Identität und das Führungswirken der Kirchen durch Zusammenarbeit fördert. Mittlerweile ist auch die Lutherische Kirche in Kambodscha ein Vollmitglied im LWB.  

Image
Teilnehmende an der MMF-Tagung 2025 bei einer Gruppendiskussion. Foto: Hellen Bok (MMF/NIC Assistenzkoordinatorin)

Teilnehmende an der MMF-Tagung 2025 bei einer Gruppendiskussion. Foto: Hellen Bok (MMF/NIC Assistenzkoordinatorin)

Image
Leon Chau, MMF-Vorsitzender, eröffnet die MMF-Jahrestagung 2025. Foto: Hellen Bok (MMF/NIC Assistenzkoordinatorin)

Leon Chau, MMF-Vorsitzender, eröffnet die MMF-Jahrestagung 2025. Foto: Hellen Bok (MMF/NIC Assistenzkoordinatorin)

Image
Amtseinführung der ersten Frau als Bischöfin der Lutherischen Kirche in Kambodscha, Pfarrerin Sreyleak Touch. Foto: Leon Chau

Amtseinführung der ersten Frau als Bischöfin der Lutherischen Kirche in Kambodscha, Pfarrerin Sreyleak Touch. Foto: Leon Chau

Die Unterstützung, die die Kirchen in Myanmar den von internen militärischen Konflikten und der daraus resultierenden Armut betroffenen Menschen zuteilwerden lässt, ist ein sichtbares öffentliches Zeugnis für die Gesellschaft insgesamt. Die Unterstützung wird durch den Verband Lutherischer Kirchen in Myanmar und seinen Missionspartnern koordiniert, so dass auf unterschiedlichen Ebenen auf Bedarfslagen reagiert werden kann.  

In der jüngeren Vergangenheit hat das MMF darüber hinaus mit großer Umsicht auf politische Spannungen in der Region wie den Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha reagiert. Als Reaktion darauf wurde beispielsweise der Ort für die MMF-Tagung 2025 umgehend von Phnom-Penh nach Ho-Chi-Minh-Stadt verlegt, um potenzielle Schwierigkeiten für die Teilnehmenden aus den beiden Ländern zu vermeiden.  

LWB/E. Williams