Die Mitglieder der Internationalen Lutherisch-Orthodoxen Kommission für den Theologischen Dialog bei ihrer Tagung im Institut für Ökumenische Forschung Straßburg. Foto: Institut für Ökumenische Forschung Straßburg
Vorbereitungstreffen am Institut für Ökumenische Forschung in Straßburg
(LWI) – Die Mitglieder der Internationalen Lutherisch-Orthodoxen Kommission für den Theologischen Dialog sind vergangene Woche am Institut für Ökumenische Forschung in Straßburg zusammengekommen, um ihre Beratungen zum Thema „Synodalität und Primat“ fortzusetzen. Es ging dabei unter anderem darum, wie die Kirche im Lauf der Jahrhunderte Autorität ausgeübt und Entscheidungen getroffen hat.
Das zweite Vorbereitungstreffen zur 19. Tagung der Dialogkommission fand vom 16. bis 18. November unter der Leitung von Bischof Johann Schneider von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und Metropolit Kyrillos von Krini vom Ökumenischen Patriarchat statt. Es baute auf den Gesprächen während der Plenartagung im vergangenen Mai auf, die die Orthodoxe Kirche von Zypern ausgerichtet hatte.
Die Kommissionsmitglieder hörten Vorträge über die sakramentalen Grundlagen von Synodalität und Primat. Die orthodoxen Teilnehmenden stellten ihre Perspektiven zu Taufe und Synodalität vor, die lutherischen zu Eucharistie und Synodalität. Weitere Beiträge beleuchteten Themen aus den Bereichen Entscheidungsfindung und Beschlussverfahren in den jeweiligen Kirchen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene sowie die notwendigen Verbindungen zwischen Synodalität und Primat.
Wir haben einander herausgefordert, die theologischen Grundlagen [unseres] Glaubens aus dem Blickwinkel [unserer] Dialogpartnerinnen und -partner zu betrachten.
Prof. Dr. Dirk Lange, Assistierender Generalsekretär für Ökumenische Beziehungen des LWB
Prof. Dr. Dirk Lange, der Assistierende Generalsekretär für ökumenische Beziehungen des LWB, erklärte, dass beide Seiten „einander herausgefordert haben, die theologischen Grundlagen ihres Glaubens aus dem Blickwinkel ihrer Dialogpartnerinnen und -partner zu betrachten – für die Orthodoxen von der Taufe her und für die Lutheranerinnen und Lutheraner von der Eucharistie her“. Er fuhr fort: „Die Beiträge waren aufschlussreich und regten zum Nachdenken an, und auch die anschließende Diskussion war spannend und zeigte Themen auf, mit denen wir uns noch weitergehend beschäftigen müssen.“ Ein weiteres wichtiges Element der Tagung waren die gemeinsamen Gottesdienste: Jeder Tag begann mit einer gemeinsamen Andacht. Zudem besuchten die Teilnehmenden die Thomaskirche in Straßburg, die als „protestantische Kathedrale“ bekannt ist, in der der Reformator Martin Bucer als Pfarrer und später der Theologe, Mediziner und Organist Albert Schweitzer wirkten.
Zum Abschluss ihrer Tagung legten die Kommissionsmitglieder die Tagesordnung für die nächste Plenartagung fest, die vom 10. bis 16. Mai kommenden Jahres in Sète im Südosten Frankreichs stattfinden wird. Sie wird die Themen der 19. Plenartagung „Synodalität und Primat“, weiter vertiefen, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Geschichte und Rezeption der ökumenischen Konzile der Kirche, die verschiedenen Dimensionen von Kirchengemeinschaft und weitere kirchliche Entscheidungen in Vergangenheit und Gegenwart sowie die wichtige Rolle des Heiligen Geistes für alle Fragen rund um Synodalität und Primat gelegt werden wird.