Hoffnung verkörpern: Europäische Kirchenleitungskonferenz beginnt in Riga

Was bedeutet es, in einer von Konflikten und Polarisierung geprägten Zeit Botschafterinnen und Botschafter der Hoffnung zu sein? Das wird eine der zentralen Frage für das Treffen von Führungspersonen aus den LWB-Mitgliedskirchen in Europa sein, das derzeit in der lettischen Hauptstadt Riga stattfindet.

14 Okt 2025
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Choir sings during the opening service of the Lutheran World Federation European Church Leadership Consultation taking place in Riga, Latvia, gathering some 80 church leaders from Central Western Europe, Central Eastern Europe, and the Nordic Countries, under the theme "Embodying hope, making the difference". Photo: A. Hillert/LWF

Delegierte von LWB-Mitgliedskirchen aus ganz Europa nehmen im Oktober 2024 in Prag an einer Tagung der verschiedenen europäischen LWB-Regionen teil. Foto: LWB/Šárka Jelenová

Kirchenleitende aus Europa beginnen mit Vorbereitungen auf nächste LWB-Vollversammlung 2030 in Augsburg

(LWI) – Lutherische Kirchenleitende aus ganz Europa sind in der lettischen Hauptstadt Riga zu einer viertägigen Tagung unter der Überschrift „Embodying hope, making the difference“ (Hoffnung verkörpern, etwas bewegen) zusammengekommenDie Europäische Kirchenleitungskonferenz vom 6. bis 9. Oktober wird vom Lutherischen Weltbund (LWB) in Zusammenarbeit mit zwei LWB-Mitgliedskirchen organisiert: der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands und der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche Weltweit.

Die LWB-Generalsekretärin, Pfarrerin Dr. Anne Burghardt, wird in der Eröffnungssitzung eine Rede halten, während der Assistierende LWB-Generalsekretär für Ökumenische Beziehungen, Prof. Dirk Lange, in Vorbereitung auf das 2030 anstehende 500-jährige Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses Beratungen der Delegierten über die Frage moderieren wird, was es bedeutet, „eine bekennende Kirche“ zu sein. Die lettische Anthropologin Prof. Aivita Putniņa wird in ihrem Hauptreferat über die Verkörperung von Hoffnung aus sozio-anthropologischer Sicht sprechen.

Einen Abendmahlsgottesdienst werden die Teilnehmenden in der mittelalterlichen St.-Johannis-Kirche im Herzen der Altstadt feiern. Erzbischof Kārlis Žols von der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche Weltweit wird dort die Predigt halten, den Vorsitz wird Erzbischof Rinalds Grants von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands führen. Ein zweites Abendmahl werden die Teilnehmenden am Dienstag in der Luther-Akademie in Riga feiern, in der Theologinnen und Theologen, Lehrkräfte, Musikerinnen und Musiker und andere kirchliche Angestellte für ihren Dienst ausgebildet werden.

Wir stehen am Anfang dieses Weges und freuen uns auf die Feierlichkeiten zum 500-jährigen Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses.

Pfr. Dr. Ireneusz Lukas, LWB-Regionalreferent für Europa

Die Tagung ist eine Gelegenheit, etwas über das Leben und Zeugnis der lutherischen Kirchen in Lettland zu erfahren, das erst von Nazi-Deutschland und dann von der Sowjetunion besetzt war, bevor es 1991 seine Unabhängigkeit erklärte. Die Teilnehmenden werden das lettische Parlament (Saeima) sowie das Lettische Okkupationsmuseum und die Nationalbibliothek besuchen, die derzeit das 500-jährige Jubiläum der ersten in lettischer Sprache gedruckten und veröffentlichten Bücher feiert.

Der LWB-Europareferent, Pfr. Dr. Ireneusz Lukas, wies darauf hin, dass sich die Kirchenleitenden zu einem historisch bedeutsamen Zeitpunkt versammelten, da die weltweite Kirchengemeinschaft mit ihren Vorbereitungen auf die Vierzehnte LWB-Vollversammlung beginnt, die 2030 in Augsburg, Deutschland, stattfinden wird. „Wir stehen am Anfang dieses Weges und freuen uns auf die Feierlichkeiten zum 500-jährigen Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses“, sagte er.

„Es ist eine Freude, dass auch einige jungen Führungskräfte hier dabei sind, die gerade erst an dem Treffen von jungen Erwachsenen aus der LWB-Region Europa in Paris teilgenommen haben, wo es schwerpunktmäßig darum ging, in Zeiten von Krieg und Konflikten als Friedensstifterinnen und Friedensstifter zu wirken – ein Thema mit großer Relevanz auch für viele der hier in Riga vertretenen Kirchen“, führte Lukas aus. „Diese Konsultation bietet Kirchenleitenden aus unterschiedlichen Generationen und Kontexten in West- und Osteuropa und den nordischen Ländern eine wichtige Gelegenheit, um sich gemeinsamer Hoffnungen zu vergewissern und sich darüber auszutauschen, wie in diesen polarisierten und unruhigen Zeiten Zeugnis für die in der Heiligen Schrift begründeten Werte Frieden und Dienst am Nächsten abgelegt werden kann“, sagte er abschließend.

LWF/P. Hitchen