Hoffnung pflanzen: Aufforstung im Trockenkorridor in Nicaragua

Mehr als 7.000 Bäume wurden im Rahmen der LWB-Kampagne „Zukunft säen auf dem Weg zur COP30“ im Trockenkorridor in Nicaragua gepflanzt, um die Resilienz der Menschen im ländlichen Raum angesichts der Umweltkrise zu fördern, für mehr Regen zu sorgen und ihnen Hoffnung zu vermitteln.

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Gemeinschaften der Nicaraguanische Lutherische Kirche Glaube und Hoffnung haben rund 7.500 Bäume im Trockenen Korridor gepflanzt, einer der Regionen Mittelamerikas, die mit Trockenheit zu kämpfen hat. Foto: LWB/E. Albrecht

Gemeinschaften der Nicaraguanische Lutherische Kirche Glaube und Hoffnung haben rund 7.500 Bäume im Trockenen Korridor gepflanzt, einer der Regionen Mittelamerikas, die mit Trockenheit zu kämpfen hat. Foto: LWB/E. Albrecht

Kampagne „Zukunft säen auf dem Weg zur COP30“ pflanzt 7.000 Bäume

(LWI) – Der Trockenkorridor in Nicaragua ist eine der Regionen in Mittelamerika, die am stärksten von Dürren und Umweltzerstörung betroffen sind. Aber nun kann Hoffnung beginnen, dort Wurzeln zu schlagen. Im Juni wurden in den ländlichen Gemeinden El Rodeo, La Carbonera, San Luis und Tierra Colorada im Verwaltungsbezirk Somoto mehr als 7.000 Bäume gepflanzt. Wie zur Belohnung für die Mühen der Menschen gab es kurze Zeit später nach neun langen Monaten der Dürre endlich auch wieder Regen, der wenigstens kurzzeitig für dringend notwendige Erleichterung sorgte. Der Trockenkorridor, der sich über El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua erstreckt, ist besonders anfällig für extreme Klimaereignisse. Anhaltende Dürren, Vertreibung und Ernährungsunsicherheit belasten die Menschen und das Ökosystem in der Region stark.

Die Aufforstungsmaßnahmen sind Teil der Kampagne „Zukunft säen auf dem Weg zur COP30“, einer Initiative des Forums für Klimagerechtigkeit in Lateinamerika und der Karibik, das vom Lutherischen Weltbund (LWB) koordiniert wird. In Nicaragua wird die Kampagne von der Nicaraguanischen Lutherischen Kirche „Glaube und Hoffnung“ (ILFE) angeführt, die schon seit Langem die am stärksten vom Klimawandel betroffenen Familien unterstützt.

Im Rahmen der Kampagne hat sich die ILFE mit dem Büro der Bürgermeisterin von Somoto zusammengetan, das Baumsetzlinge zur Unterstützung der Aufforstungsbemühungen vor Ort erhalten hatte. Bürgermeisterin Dania Sujey Martínez Mondragón hat sich persönlich an der Pflanzaktion beteiligt und die Rolle der Kirche gelobt: „Das Engagement der ILFE hat eine große Bedeutung, ist selbstbewusst und gut koordiniert. Wir arbeiten seit vielen Jahre Hand in Hand, um ein gesundes, friedlichen und harmonisches Zusammenleben für Familien zu unterstützen“, sagte sie.

Darüber hinaus betonte sie das Umweltengagement der Gemeinde: „Wir fördern die Bewahrung von Mutter Erde durch unsere Politik und Kampagnen wie ‚Verde que te quiero verde‘ [Grün, ich liebe dich grün], einer wichtigen Initiative der Umweltbewegung Guardabarranco unter Leitung der Jugendorganisation der Sandinista. Der Klimawandel ist real, und es ist wichtig, dass sich mehr Menschen mit uns engagieren.“

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Die Gemeinde El Rodeo war die erste, die Bäume pflanzte, nachdem zuvor ein Dankgottesdienst abgehalten worden war. Foto: LWB/E. Albrecht

Die Gemeinde El Rodeo war die erste, die Bäume pflanzte, nachdem zuvor ein Dankgottesdienst abgehalten worden war. Foto: LWB/E. Albrecht

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Indira José Díaz López, Theologiestudentin an der ILFE, leitet die Andacht vor Beginn der Aufforstungskampagne. Foto: LWB/E. Albrecht

Indira José Díaz López, Theologiestudentin der ILFE, leitet die Andacht vor Beginn der Aufforstungskampagne. Foto: LWB/E. Albrecht

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Die Aufforstungskampagne wird vom Forum für Klimagerechtigkeit in Lateinamerika und der Karibik des Lutherischen Weltbundes gefördert. Foto: LWB/E. Albrecht

Die Aufforstungskampagne wird vom Forum für Klimagerechtigkeit in Lateinamerika und der Karibik des Lutherischen Weltbundes gefördert. Foto: LWB/E. Albrecht

Bäume sorgen für Schatten, bringen Leben und ermöglichen eine Zukunft

Im Trockenkorridor, wo hohe Temperaturen und knappe Wasservorkommen den Alltag zunehmend schwer machen, sind Bäume mehr als nur ein Teil der Landschaft – sie sind Symbole für Resilienz, Hoffnung und Handeln. 

„In der ILFE betten wir das Thema Klimagerechtigkeit in alle unsere Projekte zur Entwicklung der Gemeinwesen ein“, erklärt Alberto Javier Granados Robles, Koordinator der ILFE-Kampagne in Somoto. „Die Familien hier sind extrem anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels, der ihren Zugang zu Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser bedroht. Deshalb setzen wir Strategien wie großangelegte Baumpflanzaktionen um, um die Ökosysteme wiederherzustellen und Lebensgrundlagen zu fördern.“

Die Bäume helfen, die Bodenqualität zu verbessern, die Wüstenbildung zu verlangsamen, die Artenvielfalt wiederherzustellen und ein Mikroklima zu schaffen, das extreme Hitze reduziert und Wasser spart.

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Die Tiere müssen nach dem wenigen grünen Gras suchen, das nach vielen Monaten ohne Regen im Trockenen Korridor Nicaraguas übrig geblieben ist. Foto: LWB/E. Albrecht

Die Tiere müssen nach dem wenigen grünen Gras suchen, das nach vielen Monaten ohne Regen im Trockenen Korridor Nicaraguas übrig geblieben ist. Foto: LWB/E. Albrecht

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Den Gemeinden wurden einheimische Bäume, Heilpflanzen und Obstbäume übergeben, um eine Wiederaufforstung auf verschiedenen Ebenen (in der Nähe der Häuser, aber auch auf den Feldern) zu ermöglichen. Foto: LWB/E. Albrecht

Den Gemeinden wurden einheimische Bäume, Heilpflanzen und Obstbäume übergeben, um eine Wiederaufforstung auf verschiedenen Ebenen (in der Nähe der Häuser, aber auch auf den Feldern) zu ermöglichen. Foto: LWB/E. Albrecht

Ein Leben ohne Schatten: Tag für Tag eine Herausforderung

Die Menschen in diesem Landstrich wie Exequiel Viscay Vásquez, ein Gemeindepfarrer in La Carbonera, trifft die Klimakrise ganz direkt: „Es ist unerträglich heiß. Darunter leiden Pflanzen, Tiere und Menschen. Ohne Bäume fällt sogar das Atmen schwer.“

Seine Gemeinde hat bereits vier Brunnen gegraben, um Wasser zu haben, aber ohne Vegetation, die die Feuchtigkeit auch hält, wird das Problem nur immer größer. 

„Wir pflanzen Bäume um die Brunnen, um die Menschen zu sensibilisieren. Der Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen für uns – manchmal ist es starke Hitze, manchmal sind es lange Regenzeiten. Wir brauchen Schatten, damit das Wasser nicht vollends verschwindet“, sagt er.

Regionale Bewegung für globale Wirkung

Die Kampagne „Zukunft säen auf dem Weg zur COP30“ ist in ganz Lateinamerika und der Karibik aktiv und bringt Kirchen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Gemeinwesen für ein Engagement für den Klimaschutz zusammen. Ihr Ziel ist, auf der nächsten Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP30) handfeste Beweise für das Engagement der Menschen an der Basis für den Schutz unseres Heimatplaneten vorlegen zu können.

Die Bäume in Nicaragua schlagen bereits Wurzeln. Und die nüchternen Zahlen stehen für das unerschütterliche Engagement von zahlreichen Familien, die trotz der Widrigkeiten in eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft investieren.

„Wir hoffen, mit dieser Arbeit zu einem alltäglichen Engagement für Klimagerechtigkeit animieren zu können und eine anteilnehmendere Welt für zukünftige Generationen zu schaffen“, sagt Javier. „In der brütenden Hitze des Trockenkorridors mag der Schatten von einem Baum unbedeutend erscheinen, aber es liegt darin auch ein Zeichen für Widerstand, Glauben und Hoffnung.“

LWB/E. Albrecht, A. Weyermüller
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Nicaragua