Erfolgreiche Maßnahmen zur Emissionsminderung: Kirchen und Partner berichten

Eine neue Publikation des LWB zeigt, wie Kirchen und lokale Gemeinwesen mit innovativen Ansätzen erneuerbare Energiequellen nutzen, CO2-Emissionen senken und Klimagerechtigkeit fördern.

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The church operates 11 wind turbines in five locations across Thuringia and Saxony-Anhalt. Photo: Evangelical Church in Central Germany

Die Kirche betreibt elf Windkraftanlagen an fünf Standorten in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Foto: Evangelische Kirche in Mitteldeutschland

Neue LWB-Publikation präsentiert lokale Initiativen für neue nachhaltige Energiekonzepte

(LWI) – Der Lutherische Weltbund (LWB) hat eine neue Publikation zu Klimagerechtigkeit in englischer und spanischer Sprache veröffentlicht: „Advocating for Climate Justice – Best Practices on the Path to Carbon Neutrality“(Für Klimagerechtigkeit eintreten – Bewährte Praktiken im Engagement für CO2-Neutralität) erklärt anhand von Beispielen, wie lokales Engagement und innovative Ansätze dazu beitragen können, Emissionen zu reduzieren, Energiekosten zu senken und Klimagerechtigkeit zu fördern.

Das Dokument, das auf Englisch und Spanisch verfügbar ist, stellt Initiativen von Kirchen und Gemeinwesen vor, die ein ökologisches Verantwortungsgefühl, soziale Inklusion und politische Advocacy-Arbeit miteinander verbinden, um das Engagement der lutherischen Kirchengemeinschaft für Klimagerechtigkeit zu stärken. Die meisten Projekte unterstreichen eine enge Zusammenarbeit zwischen LWB-Mitgliedskirchen, Länderprogrammen des LWB-Weltdienstes und den örtlichen Gemeinwesen.

„Wir können auf ein langjähriges Engagement des LWB für Klimagerechtigkeit und zehn Jahre Pariser Klimaabkommen zurückblicken und machen mit dieser Publikation deutlich, wie die Selbstverpflichtungen der weltweiten Kirchengemeinschaft durch Initiativen auf lokaler Ebene konkrete Gestalt annehmen“, erklärte Elena Cedillo Vargas, LWB-Programmreferentin für Klimagerechtigkeit.

Von Lateinamerika über Ostafrika bis Europa zeigt jede der vorgestellten Fallstudien, wie Mitgliedskirchen und Partner erneuerbare Energien und nachhaltige Praktiken in den Alltag integrieren und andere zu ähnlichen Initiativen anregen.

As we reflect on LWF’s long-standing engagement for climate justice and 10 years of the Paris Climate agreement, the publication is an opportunity to highlight how this global commitment translates into action at the local level

Elena Cedillo Vargas, Program Executive for Climate Justice

Ein eindrückliches Beispiel ist das Solarenergieprojekt der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) in Cuiabá im Synodalbezirk Mato Grosso. Es hat zum Ziel, die ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Energieverbrauchs der Kirchengemeinde zu verringern und gleichzeitig die raumklimatischen Bedingungen in ihren Einrichtungen zu verbessern. Solarpanels, die das Sonnenlicht zur Energieproduktion nutzen, sorgen in der Region, in der es im Sommer bis zu 44° C heiß wird, für eine verlässliche Stromversorgung und Klimatisierung des Gästehauses der Kirche. Dieses bietet Unterkunft für Menschen, die sich für eine medizinische Behandlung in der Stadt aufhalten, und für Teilnehmende verschiedener Schulungen. Die jährlich von der Gemeinde in Cuiabá erzeugten 2.200 kWh Solarenergie haben die Stromkosten der Kirchengemeinde um 80 Prozent gesenkt und ähnliche Initiativen in anderen Synoden der IECLB inspiriert.

In Europa betreibt die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland im Rahmen ihres Programms für erneuerbare Energien elf Windkraftanlagen an fünf Standorten in Thüringen und Sachsen-Anhalt mit einer Gesamtkapazität von 34 Megawatt. Die erzeugte Strommenge übersteigt den Eigenverbrauch, sodass die Kirche zum Nettoenergieerzeuger geworden ist. Begleitet wird diese Initiative von einem Kirchengesetz, das Klimaneutralität bis 2050 anstrebt. Der Umstieg auf Windenergie hat zu einer deutlichen Reduzierung der CO₂-Emissionen geführt und steht im Einklang mit den nationalen Klimazielen Deutschlands.

Bessere Existenzgrundlagen

In den Länderprogrammen des LWB-Weltdienstes in Äthiopien und Uganda verknüpfen verschiedene Initiativen Umweltschutz mit einer Verbesserung der Existenzgrundlagen. Projekte wie die Gololcha Climate Resilience and Livelihoods Initiative (Initiative für Klimaresilienz und Existenzgrundlagen in Gololcha) und das Adjumani Rural Livelihood Enhancement Project (Projekt zur Verbesserung der Existenzgrundlagen auf dem Land in Adjumani) kombinieren Wiederaufforstung, nachhaltige Landwirtschaft und erneuerbare Energien, um die Ernährungssicherheit zu verbessern und die Anpassung an den Klimawandel zu fördern. Die Projekte unterstreichen, wie wichtig es für die langfristige Nachhaltigkeit ist, dass sich die Menschen vor Ort mit dem Projekt identifizieren und dass Geschlechtergerechtigkeit umgesetzt wird.

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An aerial view of solar panels on the roof of the IECLB guest house in Cuiabá, Brazil. It offers accommodation for people seeking a place to stay while receiving medical treatment in the city. Photo: LWF/E. Albrecht

Luftaufnahme der Solarpanels auf dem Dach des Gästehauses der IECLB in Cuiabá, Brasilien. Es bietet Unterkunft für Menschen, die sich für medizinische Behandlungen in der Stadt aufhalten. Foto: LWB/E. Albrecht

Zum Schluss hebt die Publikation gemeinsame Erkenntnisse hervor: wie wichtig es ist, dass sich die Menschen vor Ort mit dem jeweiligen Projekt identifizieren, beispielsweise, dass nachhaltige Lebensgrundlagen mitgedacht werden und dass für systemische Veränderungen auch Advocacyarbeit und Partnerschaften notwendig sind. Anhand der vorgestellten Beispiele wird deutlich, dass Glaubensgemeinschaften treibende Kräften für gerechte Klimaschutzmaßnahmen sein können und damit zu ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit beitragen.

„Mit diesen Erfahrungen möchten wir Kirchen ermutigen, ihr Engagement für Klimagerechtigkeit auszubauen. Wir heben Erfahrungen, Erkenntnisse und innovative Initiativen hervor, die zeigen, wie das Zusammenspiel von Glaube, Hoffnung und praktischem Engagement die Welt verändern kann“, erklärte Cedillo.

Download: Für Klimagerechtigkeit eintreten: Bewährte Verfahren auf dem Weg zur CO2-Neutralität
LWF/P. Mumia
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Schweiz
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