Akuter Bedarf an humanitärer Hilfe in Venezuela: LWB drängt auf langfristige Unterstützung

Rund acht Millionen Menschen in Venezuela sind täglich von Not und Armut betroffen. Der LWB setzt sich für langfristige humanitäre Hilfe ein.

14 Jan 2026
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Rund acht Millionen Menschen in Venezuela benötigen humanitäre Hilfe, darunter viele Kinder. Der LWB setzt Schulen und Gemeinschaftsräume instand, damit Menschen in einem sichereren, gesünderen und würdigeren Umfeld leben können. Foto: LWB Kolumbien/Venezuela

Rund acht Millionen Menschen in Venezuela benötigen humanitäre Hilfe, darunter viele Kinder. Der LWB setzt Schulen und Gemeinschaftsräume instand, damit Menschen in einem sichereren, gesünderen und würdigeren Umfeld leben können. Foto: LWB Kolumbien/Venezuela

Angesichts von acht Millionen notleidenden Menschen richtet LWB Arbeit auf Schutz und Schaffung von Resilienz in Gemeinwesen aus

(LWI) – Vor dem Hintergrund der akuten humanitären Notlage in ganz Venezuela drängt der Lutherische Weltbund (LWB) auf eine langfristige Unterstützung für Millionen von Menschen, die weiterhin Tag für Tag Not und Armut ausgesetzt sind und deren Würde und Menschenrechte geschützt werden müssen.

Venezuela braucht uns jetzt. Auch wenn die Hilfsmittel insgesamt zurückgehen, benötigen acht Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Und hinter jeder Zahl steht ein Gesicht, ein Name und eine Lebensgeschichte.

Golda Ibarra, LWB-Vertreterin für das Länderprogramm in Kolumbien und Venezuela

„Venezuela braucht uns jetzt. Auch wenn die Hilfsmittel insgesamt zurückgehen, benötigen acht Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Und hinter jeder Zahl steht ein Gesicht, ein Name und eine Lebensgeschichte“, betonte Golda Ibarra, LWB-Vertreterin für das binationale Länderprogramm in Kolumbien und Venezuela. „Kinder werden krank, weil es kein sauberes Trinkwasser gibt. Familien leben in prekären Wohnverhältnissen, und viele wissen nicht, ob sie am Tag überhaupt eine Mahlzeit haben werden. Wir dürfen nicht wegsehen: Wir müssen uns zusammentun, vorhandene Mittel gemeinsam nutzen und gemeinsam handeln, um die Situation zu verbessern“. 

Nach der Militäroperation der USA in Venezuela am 3. Januar formulierte der LWB große Sorge mit Blick auf das lateinamerikanische Land und unterstrich, dass Souveränität und nationale Integrität sowie das Völkerrecht respektiert werden müssten. Er bekräftigte seine Solidarität mit der LWB-Mitgliedskirche vor Ort, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Venezuela (IELV), und mit den Gemeinwesen, die von der Situation im Land betroffen sind, welche sich seit Monaten rapide verschlechtert.  

Ibarra verwies auf den ganzheitlichen Arbeitsansatz, den der für die internationale humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit zuständige Arm des LWB, der LWB-Weltdienst, seit 2019 in Venezuela umsetzt und der sowohl auf akute Notlagen reagiert als auch die Resilienz von Gemeinschaften stärkt. Dies geschehe in Zusammenarbeit mit der IELV und anderen Organisationen, die aus dem Glauben heraus handeln, sowie Akteuren in den Gemeinwesen. 2024 erreichte der LWB mit seinen humanitären Programmen über 60.000 Menschen und unterstützte mehr als 100 Schulen.   

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Seit 2019 ist die Arbeit des LWB in Venezuela nicht nur auf die Linderung aktueller Notlagen ausgerichtet, sondern auch auf die Stärkung der Resilienz von Gemeinwesen.  Foto: LWB Kolumbien/Venezuela

Seit 2019 ist die Arbeit des LWB in Venezuela nicht nur auf die Linderung aktueller Notlagen ausgerichtet, sondern auch auf die Stärkung der Resilienz von Gemeinwesen. Foto: LWB Kolumbien/Venezuela

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Der LWB fördert Umwelterziehung und Risikomanagement für die Bewältigung des Klimawandels. Foto: LWB Kolumbien/Venezuela

Der LWB fördert Umwelterziehung und Risikomanagement für die Bewältigung des Klimawandels. Foto: LWB Kolumbien/Venezuela

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Das LWB-Länderprogramm ist in den nördlich gelegenen Bundesstaaten Carabobo, Sucre und Delta Amacuro aktiv und bietet dort Unterstützung, die auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten ist. Foto: LWB Kolumbien/Venezuela

Das LWB-Länderprogramm ist in den nördlich gelegenen Bundesstaaten Carabobo, Sucre und Delta Amacuro aktiv und bietet dort Unterstützung, die auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten ist. Foto: LWB Kolumbien/Venezuela

Der LWB beteiligt sich zudem aktiv an der Koordination der humanitären Hilfe in Venezuela, unter anderem einem Forum internationaler Organisationen sowie in zentralen Koordinierungsstrukturen in Bereichen wie Gesundheit, Wasserver- und Abwasserentsorgung und Gesundheitsschutz sowie im strategischen Engagement für Gendergerechtigkeit und Kinderschutz. „Wir schaffen sichere Räume und bieten passgenaue Unterstützung für Frauen, Mädchen, Jungen und Jugendliche. Wir stärken Umwelterziehung und Risikomanagement für den Umgang mit dem Klimawandel. Und wir setzen Gesundheitszentren, Schulen und Gemeinschaftsräume instand, damit Menschen in einem sichereren, gesünderen und würdigeren Umfeld leben können“, erklärte Ibarra.  

Neben der Nothilfe engagiert sich der LWB langfristig in der Friedensarbeit als Grundpfeiler für nachhaltigen Wandel. Im komplexen Kontext Venezuelas richtet er seine Arbeit darauf aus, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, Gewaltrisiken zu verringern und Grundlagen für dauerhafte Stabilität zu legen.   

Aktuell ist das LWB-Länderprogramm in den nördlich gelegenen Bundesstaaten Carabobo, Sucre und Delta Amacuro aktiv und bietet dort Unterstützung, die auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten ist. Geplant ist zudem, das Engagement des LWB auf den östlichen Bundesstaat Bolívar und den weit im Westen gelegenen Bundesstaat Zulia auszudehnen, wo weiterhin erhebliche humanitäre Lücken bestehen.

LWB/P. Mumia