Eine Frau aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Simbabwe trägt ein T-Shirt der Kampagne „16 Aktionstage gegen geschlechtsspezifische Gewalt“, 2024. Foto: ELKS
Motto der diesjährigen Aktionstage ist „Digitale Gewalt gegen Frauen und Mädchen beenden“
(LWI) – Belästigung im digitalen Posteingang richtet ebenso viel Schaden an wie Belästigung auf der Straße. Deshalb macht der Lutherische Weltbund (LWB) auch in diesem Jahr bei der weltweiten Kampagne „16 Aktionstage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ mit, die unter der Überschrift „Digitale Gewalt gegen Frauen und Mädchen beenden!“ steht. Die jährlich stattfindende Kampagne beginnt am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, und endet am 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte.
Digitale Technologien eröffnen Frauen vielfältige Möglichkeiten, sich zu vernetzen, Informationen auszutauschen und einander zu unterstützen. Gleichzeitig zählt Online-Gewalt laut den Vereinten Nationen und internationalen Frauenrechtsorganisationen zu den am schnellsten zunehmenden Formen von Missbrauch. Die diesjährige Kampagne will für dieses Thema sensibilisieren und fordert wirksame Präventionsmaßnahmen wie Verhaltenskodizes, Richtlinien zur Moderation digitaler Inhalte sowie eine bessere Gesetzgebung zum Schutz von Frauen und Mädchen.
„Kirchen und Organisationen, die aus dem Glauben heraus handeln, können maßgeblich dazu beitragen, diese Ziele voranzubringen“, sagt Sikhonzile Ndlovu, leitende Referentin für Gendergerechtigkeit des LWB. „Wir wissen, dass Gewalt jeglicher Art unsere von Gott gegebene Würde verletzt und Beziehungen zerstört, die nach Gottes Willen von Gerechtigkeit, Liebe und Respekt geprägt sein sollen. Wir können etwas bewegen, wenn wir unsere Netzwerke mobilisieren und unsere Stimmen erheben, um alle Formen von Cybergewalt und -missbrauch zu beenden.“
Globale und lokale Maßnahmen
Zum Auftakt der Kampagne am Dienstag wird Ndlovu gemeinsam mit anderen Führungspersonen des LWB im Genfer Büro der Kirchengemeinschaft über die Ziele der diesjährigen Kampagne sprechen und mehrsprachiges Material – Informationsblätter, Gottesdienstmaterial und Bibelarbeiten, Plakate, Banner und Vorlagen für Beiträge in den sozialen Medien – offiziell präsentieren. Kirchen, Gemeinden, Schulen und andere Gruppen, die sich an den Aktionstagen beteiligen wollen, können dieses Material kostenfrei nutzen.
Viele Mitgliedskirchen und Länderprogramme des LWB organisieren im Rahmen der diesjährigen Kampagne eigene Aktivitäten auf lokaler und nationaler Ebene, darunter Kirchen in Bolivien, der Demokratischen Republik Kongo, in Kamerun, Namibia, Papua-Neuguinea und Südafrika sowie das LWB-Länderprogramm Jordanien und Syrien. Die Angebote reichen von Schulungen für Mitarbeitende, Beratungen für Paare, Andachten und Zeugnissen für unseren Glauben über Gesprächsrunden in Gemeinden bis hin zu Flashmobs, interaktiven Workshops und Schulungen zu Cyberhygiene.
Junge Menschen können eine treibende Kraft dafür sein, digitale Räume für Frauen, Mädchen und alle Menschen sicher zu machen.
Savanna Sullivan, LWB-Jugendreferentin
Am 29. November wird das LWB-Jugendreferat unter Leitung von jungen Erwachsenen aus verschiedenen Regionen der Welt eine 16-stündige Online-Mahnwache mit Gebeten, Reflexionen und Gesprächen in Kleingruppen veranstalten. Zudem setzen sie das im vergangenen Jahr gestartete „Purple Flower Project“ fort, das in den sozialen Medien künstlerisch auf Hoffnung und Widerstandskraft im Kontext geschlechtsspezifischer Gewalt aufmerksam macht.
„Auch wenn der Zugang zu Technologien je nach Weltregion und sozioökonomischem Status sehr unterschiedlich ist“, erklärt die LWB-Jugendreferentin Savanna Sullivan, „verfügen junge Menschen weltweit über relativ gute digitale Kompetenzen, denn sie verbringen mehr Zeit online als ältere Generationen.“ Daher spielten sie eine entscheidende Rolle im Engagement gegen Cybergewalt und auch geschlechtsspezifische Cybergewalt. „Junge Menschen können eine treibende Kraft dafür sein, digitale Räume für Frauen, Mädchen und alle Menschen sicher zu machen“, fügt Sullivan hinzu.
Am 2. und 9. Dezember bietet der LWB zudem zwei Webinare an. Das erste bringt Aktivistinnen und Aktivisten für Gendergerechtigkeit aus Mitgliedskirchen, Länderprogrammen und Partnerorganisationen zusammen, und das zweite widmet sich der Frage, wie Männer und Jungen erfolgreich eingebunden werden können, um sichere digitale Räume zu schaffen. Eine Anmeldung zu beiden Veranstaltungen ist über die LWB-Website möglich.