LWB-Ratstagung 2002
Wittenberg (Deutschland), 10. - 17. September 2002
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| "Militärische Mittel werden uns nicht die Sicherheit bringen, die wir suchen" Die Mitglieder des LWB-Rates verabschiedeten am Mittwoch, 11. September, einstimmig eine Erklärung zu den Terroranschlägen auf die USA vom 11. September 2001. © LWB/D. Zimmermann |
Rat des Lutherischen Weltbundes verabschiedet Erklärung zum 11. September
In einer Erklärung zum Jahrestag der Terroranschläge am 11. September 2001 auf die Vereinigten Staaten von Amerika haben die Mitglieder des Rates des Lutherischen Weltbundes heute in der Lutherstadt Wittenberg (Deutschland) vor "Isolierung und Beherrschung" gewarnt. "Militärische Mittel werden uns nicht die Sicherheit bringen, die wir suchen", so der Text der Erklärung, den die Ratstagung heute einstimmig verabschiedete. Wer das Gegenteil glaube, zeige, "dass er/sie die zentrale Lektion des 11. September nicht gelernt hat - dass wirtschaftliche und militärische Macht den Menschen keine Sicherheit vor denen garantieren kann, die von Hass erfüllt oder durch – echtes oder so wahrgenommenes – Unrecht entfremdet wurden. Militärische Intervention wird Hass und Entfremdung eher verschlimmern als verbessern."
In ihrer Trauer dürfen sich die Menschen in den USA nicht isolieren, betonte der amerikanische Bischof Hanson am Mittwoch in Wittenberg. Mehr... |
Der Dialog unter Völkern, Kulturen und Religionen sei sowohl Mittel als auch Ziel einer echten und wirksamen Reaktion auf den Terrorismus. Nur durch gegenseitiges Verständnis und Solidarität könnten die Grundursachen des Terrorismus überwunden werden. Die Ereignisse des 11. September hätten in dramatischer Weise daran erinnert, "dass in den Symbolen wirtschaftlicher und militärischer Macht keine Garantie für Sicherheit liegt." Die Wurzeln weltweiter Unsicherheit liegen nicht im Fehlen wirtschaftlicher und militärischer Macht, sondern in nicht überwundenem Hass, unbeachteter Entfremdung und wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten.
Die Verbrechen, die am 11. September 2001 begangen wurden, seien Ausdruck mangelnder Achtung vor den grundlegenden Prinzipien der Menschenrechte, der Moral und Religion. Keine echte religiöse Lehre unterstütze solche Taten und kein politisches Ziel könne sie rechtfertigen. Es wäre der schlechteste Dienst, den wir dem Andenken derer leisten könnten, die in New York, Washington und Pennsylvania gestorben sind, "wenn wir dieses Andenken der Verfolgung militärischer und politischer Ziele zu opfern", so der LWB-Rat.
Den finanziellen Herausforderungen der Zukunft müsse mit Kreativität begegnet werden, dies forderte LWB-Schatzmeisterin Inger J. Wremer in Wittenberg. Mehr... |
Am Jahrestag der Anschläge erklärten die Ratsmitglieder: "Wir verpflichten uns aufs Neue, den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen, religiösem und politischem Extremismus entgegenzutreten und für Gerechtigkeit und Versöhnung in unserer Welt zu arbeiten. Wir beten für den Frieden." Mehr...
Hier finden Sie den vollen Wortlaut der Erklärung des LWB-Rates. (Der Link erfordert Adobe Acrobat Reader) ![]()
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