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Interreligiöse Delegation fordert aktive Beteiligung togolesischer Religionsgemeinschaften am Versöhnungsprozess
Lomé (Togo)/Genf, 25. Juli 2005 (LWI) – Eine interreligiöse Friedensdelegation hat die Religionsgemeinschaften Togos aufgefordert, ihre Kräfte zu vereinen und einen „Heilungsprozess“ einzuleiten, um die politische Krise zu überwinden, die dieses Jahr neu ausgebrochen ist, deren Ursprung aber weit in der Vergangenheit liegt.
„Wir haben den Eindruck, dass die Hoffnung und die Bereitschaft zu Fortschritten, die wir während unseres Besuchs gespürt haben, durch Zusammenarbeit gestärkt werden können“, erklärte der Leiter der Delegation, der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael Noko, am 21. Juli auf einer Pressekonferenz in der togolesischen Hauptstadt Lomé.
Er stellte den Bericht einer Delegation von VertreterInnen der Interreligiösen Initiative für Frieden in Afrika (IFAPA) vor, die vom 17. bis 21. Juli Togo besuchte. Die IFAPA wurde 2002 auf Initiative von LWB-Generalsekretär Noko auf einem panafrikanischen Gipfel von ReligionsführerInnen ins Leben gerufen.
Im Februar dieses Jahres hatten sich die politischen Spannungen in Togo nach dem Tod seines langjährigen Präsidenten, Gnassingbe Eyadema, und der verfassungswidrigen Ernennung seines Sohnes, Faure Gnassingbe, zu seinem Nachfolger zugespitzt. Die Gewalt eskalierte, als Faure Gnassingbe im April zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt wurde. Nach Einschätzung der Oppositionsparteien war es während der Wahl jedoch zu erheblichen Unregelmässigkeiten gekommen. In der Folge flohen Tausende TogoerInnen in die Nachbarländer Ghana und Benin.
Der LWB-Generalsekretär berichtete auf der Pressekonferenz in Lomé, die verschiedenen Parteien zeigten seinem Eindruck nach heute die Bereitschaft, sich vorwärts zu bewegen. „Ich habe zum ersten Mal von einem Vertreter der togolesischen Regierung gehört, dass es Probleme im Land gibt“, sagte er in Bezug auf eine Begegnung mit Premierminister Edem Kodjo.
„In der Vergangenheit wurde uns gesagt, es gebe keine Probleme. Dies ist ein Schritt in Richtung auf einen Dialog auf nationaler Ebene.“ Noko betonte, dass „in Afrika […] die Kultur des politischen Abstreitens bestehender Probleme gebrochen werden“ müsse, und lobte Kodjo und andere, „die anfangen, diesen Weg zu gehen“.
Während die IFAPA-Delegation ihren Bericht vorlegte, trafen Präsident Gnassingbe und der im Exil lebende Oppositionspolitiker Gilchrist Olympio in Rom (Italien) zusammen, wo sie vereinbarten, die Gewalt in ihrem Land zu verurteilen und zu stoppen.
„Dieses Treffen zwischen Präsident Gnassingbe und Gilchrist Olympio in Rom ist sehr begrüssenswert“ erklärte Noko. „Es bestätigt unsere Einschätzung der Lage, dass führende togolesische PolitikerInnen, die Zivilgesellschaft sowie die Religionsgemeinschaften bereit sind, gemeinsam für ein friedliches Togo zu arbeiten.“
Die Delegation berichtete, sie habe die Not togolesischer Flüchtlinge jenseits der Landesgrenzen gesehen und Berichte von ReligionsführerInnen gehört, denen zufolge die Menschenrechtsverletzungen weiterhin andauerten.
„Der Premierminister hat uns auf unseren Bericht hin versichert, dass die Regierung bereit sei, den Flüchtlingen bei ihrer Rückkehr Sicherheit und Amnestie zu gewähren und sie neu anzusiedeln“, betonte Noko. „Er sagte auch, die Regierung sei dem Schutz der Menschenrechte gemäss der Afrikanischen Charta [der Rechte der Menschen und Völker] verpflichtet.“
Die VertreterInnen der IFAPA-Delegation erklärten, Afrika brauche „Transparenz, gute Regierungsführung, Achtung der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung der Geschlechter“ sowie politisch Verantwortliche, „die nicht gegenüber Aussenstehenden, sondern gegenüber ihrem eigenen Volk in vollem Umfang rechenschaftspflichtig sind.“
Die von Noko geleitete interreligiöse Delegation ermutigte die religiösen Gemeinschaften in ihrem Bericht, einen Heilungsprozess einzuleiten, der zu Frieden und Gerechtigkeit führe, und betonte, dass Heilung eine spirituelle Dimension habe.
„Die Menschen können nicht miteinander versöhnt werden, wenn nicht die Wahrheit gesagt wird“, erklärte Noko. „Die Wahrheit muss gesagt werden. Aber wir brauchen auch Versöhnung und Versöhnung setzt Vergebung voraus. An dieser Stelle kommt den Religionsgemeinschaften eine wichtige Rolle zu“, betonte der LWB-Generalsekretär. (582 Wörter)
(Ein Beitrag von Stephen Brown, Redakteur von Ecumenical News International/Ökumenische Nachrichten International, der die IFAPA-Delegation nach Togo begleitet hat.)
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