Lutherischer Weltbund

Lutherische Welt-Information

25.07.2005
Togo: LWB-Generalsekretär Noko fordert Rückkehrgarantien für Flüchtlinge
 

Interreligiöse Delegation trifft politische und religiöse Führungspersönlichkeiten

Lomé (Togo)/Genf, 25. Juli 2005 (LWI)
– Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael Noko, hat den Premierminister Togos, Edem Kodjo, nachdrücklich dazu aufgefordert, die Rückkehr Tausender Flüchtlinge zu erleichtern, die das westafrikanische Land infolge der politischen Auseinandersetzungen seit Februar dieses Jahres verlassen haben.

„Der Premierminister hat versichert, dass die Regierung alles in ihrer Macht Stehende tut, um die Lage zu verbessern und den Flüchtlingen Rückkehrgarantien zu geben“, erklärte Noko nach einem Treffen mit Kodjo am 20. Juli in der togolesischen Hauptstadt Lomé. Kodjo, seit Juni dieses Jahres im Amt, habe zugesichert, dass kein/e TogoerIn vom Militär bedroht werde, so Noko. Zusätzlich bereite die Regierung gegenwärtig Amnestiegesetze vor, um die Rückkehr der Flüchtlinge zu erleichtern. Der Premierminister habe die Verantwortlichen aller religiösen Traditionen um Hilfe gebeten, damit ein Klima der Sicherheit geschaffen werden könne.

Die politischen Spannungen in Togo sind im Februar nach dem Tod von Präsident Gnassingbe Eyadema, der das Land 38 Jahre lang regiert hatte, wieder offen zu Tage getreten. Im April kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen, nachdem Eyademas Sohn, Faure Gnassingbe, zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt wurde, während die wichtigste Oppositionskoalition von Wahlbetrug sprach. Berichten zufolge flohen schätzungsweise 38.000 Menschen aus Angst vor politischer Verfolgung, Entführung oder Verhaftung in die Nachbarländer Benin und Ghana.

Das Treffen mit Premier Kodjo fand im Rahmen des Besuchs einer siebenköpfigen Delegation der Interreligiösen Initiative für Frieden in Afrika (IFAPA) statt. Die von LWB-Generalsekretär Noko initiierte Interreligiöse Initiative wurde 2002 auf einem panafrikanischen Gipfel führender religiöser VertreterInnen in Johannesburg (Südafrika) ins Leben gerufen. Sie hat bereits mehrere Delegationen in eine Reihe von Konfliktgebieten auf dem afrikanischen Kontinent entsandt, um interreligiöse Zusammenarbeit und Friedensinitiativen zu unterstützen.

Die IFAPA-Delegation in Togo setzte sich aus ChristInnen, MuslimInnen und VertreterInnen der Traditionellen afrikanischen Religion zusammen. Während ihres Besuchs vom 17. bis 21. Juli traf sie mit VertreterInnen togolesischer Religionsgemeinschaften, Regierungsverantwortlichen sowie mit FührerInnen der aus mehreren Parteien bestehenden Oppositionskoalition zusammen, deren Kandidat die Präsidentschaftswahlen verloren hatte. Die Delegation besuchte auch ein Lager für togolesische Flüchtlinge in Benin.

VertreterInnen der Oppositionskoalition erklärten, togolesische ReligionsführerInnen könnten die dringend nötige „moralische Autorität“ bieten, die zur Schaffung eines Klimas des Vertrauens beitragen würde. Sie brachten ihre Besorgnis angesichts fehlender Gerechtigkeit in Togo und der Machtkonzentration im Amt des Präsidenten zum Ausdruck. Ferner warnten sie vor einer „Tribalisierung“ des Sicherheitsapparats, dessen Mitglieder primär einer einzigen ethnischen Gruppe angehörten.

Bei Treffen mit ReligionsführerInnen hoben die Mitglieder der IFAPA-Delegation die Notwendigkeit eines interreligiösen Forums hervor, in dem alle Glaubenstraditionen und religiösen Denominationen in Togo vertreten sein müssten.

„Frieden ist in Afrika nur möglich, wenn alle religiösen Traditionen zusammenarbeiten, und Frieden wird in Togo nur dann möglich sein, wenn alle Religionsgemeinschaften gemeinsam ihren Beitrag dazu leisten“, betonte LWB-Generalsekretär Noko. (460 Wörter)

(Ein Beitrag von Stephen Brown, Redakteur von Ecumenical News International/Ökumenische Nachrichten International, der die IFAPA-Delegation nach Togo begleitet hat.)

 

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