Die Kirche und Menschen
anderer Glaubensrichtungen
|
VertreterInnen verschiedener Glaubensgemeinschaften. ©LWB/P. Weinberg |
Eine der grossen Herausforderungen, vor denen die Kirchen heute stehen, liegt im Bereich des religiösen Pluralismus.
Das auf Englisch erhältliche Buch „Dialogue and Beyond. Christians and Muslims Together on the Way“ (Mehr als Dialog: ChristInnen und MuslimInnen gemeinsam auf dem Weg) stellt ein neues Paradigma vor, das unter dem Begriff „Diapraxis“ zusammengefasst werden kann.
Diapraxis bedeutet, dass der Dialog Menschen zu gemeinsamem Handeln im Dienst ihrer Mitmenschen, der Gemeinschaft und der Welt führt.
Pfr. Dr. Martin L. Sinaga, Dozent am Jakarta Theological Seminary in Indonesien, arbeitet seit kurzem auf Teilzeitbasis als Asienberater für der Bereich Kirche und interreligiöse Beziehungen der LWB-Abteilung für Theologie und Studien (ATS). Auf dem Bild (li.) sehen Sie ihn mit Pfarrerin Simone Sinn, die ebenfalls in diesem Bereich in der ATS in Genf tätig ist. Sie arbeitet zur Zeit an einer LWB-Publikation über theologische Perspektiven zur Klärung und Stärkung christlichen Engagements mit Menschen anderen Glaubens.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Pfr. Dr. Martin L. Sinaga.
ChristInnen und MuslimInnen in Konflikt und Frieden
![]() Interreligiöse Konferenz für das südliche Afrika 2003 in Johannesburg (Südafrika). |
Aufgrund der Spannungen zwischen Menschen christlichen und muslimischen Glaubens wurde das Studienprogramm „Interreligiöser Dialog: Konflikt und Frieden“ eingerichtet. Die Hauptfrage, mit der sich dieses Programm auseinandersetzt, lautet: Welche Rolle kommt der Religion heute in Konflikten zu? Wie kann sie zur Überwindung von Konflikten und Gegensätzen und damit zum friedlichen Miteinander beitragen?
Von 2003 bis 2005 führte ein interkulturelles und interreligiöses Studienteam von lutherischen und muslimischen TheologInnen theologische Fallstudien in Dänemark, Indonesien und Nigeria durch.
Auf der Grundlage dieser Studien soll die Publikation „Bridges Instead of Walls; Christian-Muslim Interaction in Denmark, Indonesia and Nigeria“ (Brücken statt Mauern; Christlich-muslimische Begegnungen in Dänemark, Indonesien und Nigeria, Hrsg.: Lissi Rasmussen) im September 2007 veröffentlicht werden.
Spiritualistische Bewegungen als weltweite Herausforderung für die Kirche
Das Studienprogramm bezeichnet mit „spiritualistisch“ unterschiedlich geartete Formen des Glaubens an ein höheres Prinzip, ein übernatürliches, göttliches, immaterielles Wesen - eine anima, einen „Geist“ - das den Körper von Lebewesen beseelt. AnhängerInnen spiritualistischer Bewegungen glauben, dass die Geister der Toten das sterbliche Leben überdauern und in Verbindung mit den Lebenden treten können.
Dieser Glaube ist von jeher Bestandteil der traditionellen Religionen indigener Völker. Heute stellt er ein Phänomen dar, das in der traditionellen indigenen Religiosität auf allen Kontinenten, in spiritualistischen Gruppen und in vielen neuen religiösen Bewegungen, die Elemente des Hinduismus, des Buddhismus, christlicher Volksreligiosität etc. integrieren, Verbreitung findet.
Im Jahr 2002 fand ein Studienseminar für RepräsentantInnen der LWB-Mitgliedskirchen in Lateinamerika und VertreterInnen spiritualistischer Bewegungen statt (hier finden Sie das Studiendokument des Seminars auf Englisch, Spanisch und Portugiesisch). 2003 folgte ein europäisches Studienseminar in der slowakischen Hauptstadt Bratislava (hier finden Sie das Studiendokument auf Englisch und Deutsch), und schliesslich Tagungen in Malaysia (hier finden Sie das Studiendokument auf Englisch) und Südafrika (hier finden Sie das Studiendokument auf Englisch) im Jahr 2004. Die Studiendokumente sind als Impuls und Anstoss für Diskussionen gedacht. (Links erfordern Adobe Acrobat Reader) ![]()
Eine internationale Konsultation evaluierte 2006 die Ergebnisse der regionalen Seminare und erarbeitete das englischsprachige Schlussdokument „Spirits, Ancestors and Healing: Global Challenges to the Church“ (Geister, Vorfahren und Heilung: Globale Herausforderungen für die Kirche). Es kann unter der E-Mail-Adresse: liesch@lutheranworld.org bestellt werden.
Weitere Informationen über dieses Programm erhalten Sie bei: Pfarrerin Simone Sinn






